Feministische Seelenvergiftung

Viele meinen, es gäbe heute keine Feministen mehr. Diese Bewegung sei ausgestorben. Hier irren sie. In den Amtsstuben, in der Wissenschaft sind sie auf dem Durchmarsch, regeln die Sprache, sorgen für Quoten und für gesetzlich geregelte Kinderversorgung. Die Familie, so wie sie in den seelischen Strukturen angelegt ist, hat in der Ideologie der Feministen abzutreten.

Es ist an der Zeit, auf die Auswirkungen des Feminismus zu schauen. Viele meinen, der Feminismus habe seine Zeit hinter sich. Sprachregulierung und zwanghafte Gleichstellung sind Wirklichkeit. Der Uni-Sex-Tarif für Versicherungen fußt auf Verblendung und feministischer Ideologie. Der Unterschied zwischen Mann und Frau wird nun auch bei Dienstleistungen ausgeblendet, eingeebnet. Ein Ergebnis feministischer Gedankenwelt. Der Feminismus erntet die gestreute Saat: Kälte und Schuldgefühle sind in die Kinderstuben eingezogen. Weiblich- und Mütterlichkeit sind in ihnen verdorrt. Das Bild der Mutter und der Familie ist vernebelt, verschüttet, immer weniger existent unter jungen Leuten.


Die Frau als Opfer

Die Frau als Opfer des Mannes. Die Frau als Opfer des Kindes. "Die Frau ist immer 'die Angeschmierte (1)'." Das Kind als Täter drückt die Frau in die Rolle des Opfers. Das Kind verschandelt Brust und Bauch. Die Geburt kann einen zerreißen. Kinder schreien. Sie strengen an. "Ich bin schon überfordert mit einem Kind." Nach dem Willen der Feministen ist die Lösung einfach: Familie und Kinder verweigern.


Wodurch minderwertig?

Der feministische Geist, der weite Teile des öffentlichen Seins durchzogen hat, trägt schleichend zur Zerrüttung des Selbst und der Familie bei. Nicht Befreiung ist die Folge feministischen Gedankenguts, sondern die Frauen haben sich der Leistungsideologie unterworfen. Eine Frau darf nicht mehr Kinder und Familie genießen, sondern sie hat aushäusig zu arbeiten. Ersatzmütter halten Kinder von der Mutter fern, damit diese das durch den Feminismus vorgegebene Leistungssoll erfüllen kann.

Die unbewußte Feder, welche die Ideologie des Feminismus hochschnellen ließ, nämlich Befreiung von umklammernden Elternteilen und die Ablehnung der Mutterrolle aus Schuld- und Haßgefühlen heraus, treibt auch Nicht-Feministen und jede Frau an, die Schwierigkeiten hat, sich Kinder zu gönnen und selbst aufzuziehen. Sich anerkennen als Mensch, als Frau und Mutter, das können sie nicht. Als Mutter fühlen sie sich minderwertig. Diese Minderwertigkeit hat zwei Gründe: Mangelnde Loslösung vom Elternhaus, das einem unbewußt Zufriedenheit und Glück als Frau und Mutter nicht gönnt. Unterstützt wird diese sehr persönliche, unbewußte, das weibliche Selbst zerstörende Haltung durch die Forderungen des Feminismus, Karriere zu machen.

Frauen, die nicht außer Haus arbeiten, Frauen, die Kinder großziehen, seien keine Frauen, sondern Abhängige ihres Mannes und der Kinder. Politische Korrektheit in Parteien und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt das Einhalten feministischer Denkparolen.

Um ihre vermeintliche Minderwertigkeit zu mindern, übernehmen die meisten Frauen die feministische Vorstellung, sie müßten sich weiterbilden, außer Haus tätig sein, um gesellschaftliche Anerkennung zu finden. Sie leiden unter geringem Selbstvertrauen, entstanden durch die fehlende Erlaubnis, aus dem Schatten der Eltern zu treten. Sie haben vor allem keine innere Erlaubnis, Kinder zu haben.
Hat eine Frau mit einem Mann eine Familie gegründet, packt sie auch das Schuldgefühl in Gestalt des Ehrgeizes: Kinder und Studium. Sonntags wird gelernt, abends wird gelernt, die Kinder stören, der Ehemann übernimmt einen Teil der Pflichten, fährt mit den Kindern ins Grüne, während Mutti erschöpft lernt.


Der Saatboden feministischer Ideologie

Warum hat das ideologische Gedankengut der Feministen fruchtbaren Boden gefunden?

1. Die Kritik der Frauenrechtlerinnen war berechtigt: Frauen hatten früher weniger Rechte als Männer.

2. Der Feminismus verspricht Glück und Freiheit.

3. Er spricht unbewußte Konflikte an, die aber nicht gelöst werden, sondern nur ausagiert.

Der Feminismus hat unbewußte Probleme aufgegriffen, die Frauen in ihrem Ablösungskonflikt mit den Eltern haben. Es ist jedoch immer fatal, wenn man innere Welten, sobald sie haßerfüllt, zerstörerisch, auch selbstvernichtend sind, in eine Weltsicht umformt, die ihrerseits mit Haß, Ablehnung, Selbstablehnung und Verachtung des nunmehr politischen Gegners fanatisch vorgetragen wird. Feindbilder haben von jeher Kreuzzüge und Schlachten geprägt. Seit der französischen Revolution dient der Ausbeuter, der Unterdrücker, der Ungerechte, der Ungleiche als Projektionsfläche großer und kleiner Fanatiker. Ob Kommunismus, Nationalismus, Islamismus, Globalisierungsgegner. Alle sind besessen von Befreiungs- und Erlöserphantasien, gespeist werden diese durch innere, unbewußte Kräfte, deren Zentrum der Haß ist. Blindwütig gehen sie gegen die Wirklichkeit vor, selbst Spuren der Zerstörung in der Zeitgeschichte ziehend.

Der Mensch ist verführbar. Er schließt sich der Mehrheit an. Die Ideologie des Feminismus greift unbewußte Konflikte auf. Der Ablösungskonflikt vom Elternhaus und das uralte Thema des Ausgebeutetseins, der Abhängigkeit vom Elternhaus bilden einen fruchtbaren Nährboden. Im Feminismus steht wie beim Marxismus der Ausbeuter, der Herrscher dem Schwachen, der scheinbar hilflosen Frau gegenüber. Die überwiegende Mehrzahl der publizierenden Feministen ist kinderlos, unverheiratet und von daher prädestiniert zu einer problembeladenen Sichtweise der Welt. Jede Art von Ideologie oder Glaubenssystem – wird sie nur geschickt vorgetragen – kann die Herzen der Menschen erobern, auch wenn sie Schaden anrichtet. Um diesen zu verhindern, sagen einige: "Wir müssen den Fanatikern den Boden entziehen, indem wir die von ihnen kritisierten Zustände beheben." Die Welt der Fanatiker besteht aus Zerrbildern und Haß. Für sie gibt es nur Gerechte und Ungerechte, Unterdrückte und Ausbeuter. Schuldige und Unschuldige. Männer hier, Frauen dort. Auf der Strecke bleibt der Mensch. Den Feministen gerät die Frau amputiert. Sie ist umgeben von boshaften Ausbeutern, den Männern. Allein aus diesem destruktiven Blickwinkel sehen sie die Welt. Sie berücksichtigen nicht, daß Frau und Mann genetisch unterschiedlich sind, nicht nur was ihren Körper anbetrifft, sondern auch ihre seelischen Strukturen. Angewandtes feministisches Denken führt in die Kinderarmut. Die Feministen treten für die Rechte der Frau ein. Mutter und Kind haben keinen Platz im feministischen Denken. Sie haben sie weit von sich gestoßen in eine kalte Welt.


Vereinfachtes Denken der Feministen

Feministen denken linear: hier die unterdrückte Frau, dort der boshaft ausbeutende Mann. Zirkuläres, komplexes Denken, das die Welt der Kinder, der Familie und die guten Seiten des Mannes einbezieht, ist ihnen fremd. Sie haben keinen emotionalen Zugang zur weiblichen Gefühlswelt, die sie massiv in sich und außen abwerten. "Die Frau ist nicht der Rede wert." Dieser depressive Satz stammt von einer Feministin(2). Feministische Bücher wirken auf schuldbeladene, weiblich identifizierte Männer und auf Frauen, die ähnliche Störungen aufweisen, wie sie Feministen haben. Feministen wirken heute im Stillen, in Parlamenten und in Amtsstuben, die nicht interessierte Mehrheit übertölpelnd.

 

Genetisch bedingte Frauenrolle

Die Mütterlichkeit, das typisch Frauliche ist im Erbgut verankert. Da mögen die Feministen noch so viel an der Sprache basteln, noch so viel Radwege bestücken mit zweigeschlechtlichen Fahrradsymbolen und noch so viele Frauenbeauftragte in die Firmen zwängen, typisch weibliches Verhalten läßt sich nicht von oben herab verändern. Eine Frau bleibt eine Frau. Sie empfängt, sie hegt, sie gebiert unter Schmerzen. Sie freut sich, sie lächelt ihrem Kind entgegen, sie säugt es. Eine kalte Gesellschaft, die Geld hochachtet und Kinder geringachtet, läßt verführbare, zur Anpassung neigende Frauen vor ihrer Mutterrolle flüchten in die Welt der Computer und der staatlich bestellten Ammen.

Jede Arbeit kann von depressiven, intellektuellen Charakteren schlechtgeredet werden. Was ist prinzipiell an Steinesetzen oder Nähen so viel besser, als sein eigenes Kind zu erziehen? Zumal wenn man seiner eigentlichen genetischen Bestimmung, dem Ziel des Lebens, nämlich Kinder großzuziehen, an ihnen zu wachsen, sich zu erfreuen, so nahekommt? Für eine Frau zählt im Innersten ein erfüllter Kinderwunsch mehr als die steile Karriere. Zumindest für die Mehrheit der Frauen, die sich einen Zugang zu ihrer Weiblichkeit bewahrt haben. Rebellion geht immer von Teilen unseres Hirns aus, die sich gegen elementare Grenzüberschreitungen der Eltern empören. Anstatt sich mit diesen auseinanderzusetzen, schafft sich der unbewußte Mensch später verzerrte Feindbilder. Nach außen projizierend lebt er seinen Haß und seine Phantasien aus. So bleibt er weitgehend angstfrei.

Feministen haben Frauen und Kinder in neues Unglück gestürzt. Diese haben nun Quote, Wahlrecht, Lohnarbeit. Doch sie sind überfordert und doppelbelastet. Für das Wohl der Frauen als Mütter haben die Feministen sich in keiner Weise interessiert, da sie selbst weder kinderlieb waren, noch familienfreundlich, schon gar nicht männerfreundlich.


Der Vater

Nicht nur Frauen müssen gestärkt werden, sondern vor allem die Funktion des Vaters, der inzwischen entmachtet, verweichlicht, entmännlicht ist. Er fehlt: Mütter erziehen alleine, gesellschaftlich geachtet und anerkannt, zerbrochene Familien, lesbische Beziehungen werden umgemünzt in Gemeinschaften, die gleichrangig und etwas Besonderes sind im Vergleich zur Familie mit Vater, Mutter und Kindern.

 


Was ist gut für mich?

Feministen haben sich zu keiner Zeit für das Wohl der Kinder interessiert geschweige denn eingesetzt. Die Selbstverwirklichung der männlich geprägten Frau steht auf ihren Fahnen geschrieben. Das Ergebnis läßt sich sehen: Frauen nehmen ihre Kinder mit auf nächtliche Volksfeste. Sie muten ihrem Kind das Pfeifen und Schreien im Stadion zu. Damit das Kind Ruhe hält, setzen die Eltern dem Kind Lärmschutzkapseln in der Ostseehalle auf die Ohren. Hauptsache, die Eltern haben ihren Spaß. Die Frauen fragen sich nicht: "Was ist gut für das Kind?" sondern: "Was ist gut für mich?" Sie grübeln noch während der Schwangerschaft: "Wie kann ich meinen Job fortführen? Am besten nehme ich das Kind nach einem Monat mit in die Firma. Kein anderer macht meine Arbeit." Vermag sich eine solche Frau in die Seele eines Kindes zu versetzen? Nimmt sie seine Bedürfnisse nach Geborgenheit, Liebe und Zuwendung denn nicht wahr? Sie hat es verlernt, sich auf Kinder einzustellen. Diese Frauen machen es dem Manne gleich. Die Kinder fallen heraus. Sie dienen lediglich als Erfüllungsgehilfen der narzißtischen, feministisch und materialistisch geformten Selbstverwirklichung. Der Mensch wünscht sich ein Kind, doch von dem Wissen um sein Wohl hat er sich soweit entfernt wie das Flugzeug von der fernen Heimat. Einzelfälle? Mitnichten. Verhaltensstörungen von Eltern und Kindern wachsen. Kinder – ein Anhängsel, das man sich wie ein Schmuckkettlein um den Hals legt und je nach Wunsch und Lage in Schatullen steckt. Nicht alle Frauen sind so kaltherzig, geldgierig und fremdbestimmt. Doch die allgemeine Politik, die Beobachtungen bei Leidtragenden sprechen dafür, daß viele so sind. Gelebter Feminismus und engherzige Geldgier gebären häßliche Wesen: Verwahrlosung, Verwöhnung, Verweichlichung, Verlust der Gemeinschaft in der Familie.


Verlust des Männlichen Prinzips

Die Männlichkeit ist aus dem öffentlichen Bewußtsein weitgehend verschwunden, weil verdrängt. Sie lebt weiter in den Gewaltspielen der Computer, der Phantasie-Spiele auf der Wiese und vor allem in den Träumen der Männer und Frauen. Das Fernsehen strotzt vor Mord und Totschlag. Die öffentliche Meinung spricht mit gespaltener Zunge über Gewalt. Männer im öffentlichen Leben und in der Familie haben weibliche Züge zu entwickeln, alles zu verstehen, Durchsetzung zu meiden. Der infantile Mann setzt keine Grenzen, weil es verpönt ist.


Erfolg der Feministen

Extreme Persönlichkeiten mit einer starken Suggestivkraft und einem fanatischen Glaubensgebäude stehen zumeist an der Spitze ideologischer oder fanatischer Strömungen. Eifernde verstehen es, Menschen in den Bann ihrer überwertigen Gedankenwelt zu ziehen. Auch der Feminismus entbehrt nicht intelligenter, sensibler, aber haßerfüllter, charismatischer Frauen. Das Böse, das auf den Mann projiziert wird, der Haß, welcher sich ursprünglich gegen die Elternhäuser richtet, wurde gegen die weiblichen Seiten der Frau gerichtet und auf die Welt des Mannes. Daß die Feministen über ihr Ziel hinausgeschossen sind, das Kind mit dem Bade ausgekippt haben, die Rolle der Mutter und der Familie zerstört haben, war ihnen in ihrem fanatisch geprägten Haß gegen das Weibliche gerade recht.


Ideologie und kollektive Infantilneurose

Der moderne Mensch meidet eine enge und dauerhafte Beziehung. Er bleibt ewiger Jüngling oder ewige Jungfrau. Er steckt im Familiengefängnis. Später träumen diese Menschen vom Kloster oder vom KZ. Sie sehen sich im Traum als Opfer. Nur wenige sind bereit, sich aus dem Familiengefängnis zu befreien. Kommunistische, sozialistische, feministische, auch terroristisch gefärbte Ideologien sind Spiegelbild ungelöster, innerer Konflikte. Die aggressive Energie richtet sich ursprünglich gegen identitätszerstörende Eltern. Unbewußt, blind für das Innere, wird dieser Haß verdreht, nach außen gestülpt auf feindliche Figuren, wie Völker, Rassen, Geschlechter und Reiche. Ausbruchsschuld verhindert die innere Befreiung vom Elternhaus. Ideologien, haßerfüllte, faszinierende Menschen regen den unsicheren, jungen, suchenden, sich aus dem Käfig der Eltern befreien wollenden Bürger an. Ideologen sind blind für den inneren Weg.

Die Aushöhlung von Ehe und Familie – mitbedingt durch eine weit verbreitete Infantilität – wird mit Schärfe von den regierenden Parteien vorangetrieben. Einige sprechen vom bedrohlichen Aussterben der Völker, von der Auflösung des Generationenvertrages(3). Es reicht nicht, äußere Bedingungen herzustellen, damit die Familie an Wert gewinnt. Die Überwindung der kollektiven Infantilneurose, das Bewußtsein, in einer solchen zu stecken, müssen hinzutreten.

Familienfeindlich, ehefeindlich ist das zweigeschlechtliche Berufsbild auch deswegen, weil nicht selten – zumeist der Mann – weit außerhalb seines Heimatortes zu arbeiten hat. Für die Familie bleibt das Wochenende. Wochenendehen überfordern eine berufstätige Frau, sobald sie ein oder mehrere Kinder hat. Kinder kennen ihren Vater wenig. Bezugspersonen sind Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen – beides keine Männerberufe. Die Mutter ist durch aushäusige Arbeit gereizt. Nicht jedes Kind kommt gleich mit den Problemen nach der Schule aus sich heraus. Einige benötigen mehrere Stunden, bevor sie ihrer Vertrauensperson – zumeist der Mutter – sofern sie zugegen ist, von ihren Sorgen mit den Schulkameraden oder Lehrern erzählen. Ein solches Kind braucht jemanden, der es kennt, der seine Sorgen zu der Zeit auffängt, wann es sie loswerden möchte.

Feminismus, Lesben- und Schwulenbewegung haben ihre Ziele weitgehend erreicht. Auf Simone de Beauvoir, Alice Schwarzer und andere Feministen angesprochen, antworten heute feministisch geprägte Frauen: "Das ist Vergangenheit." Sie stellen die geistige Urheberschaft familienfeindlicher Gedanken gar nicht mehr in Frage, sondern empfinden sie als gegeben und normal. Sie sind Kinder einer feministisch geprägten Zeit. Wie selbstverständlich handeln sie nach feministischen Grundsätzen. Sie gehen davon aus, daß typisch männliches Verhalten reines Erziehungsprodukt sei bar jeder Genkonstellation. Sie halten es für selbstverständlich, daß eine Frau ihre Kinder frühzeitig fremden Erziehungshänden überläßt, daß ein Kind gar nicht oder schon sehr bald abgestillt wird. Der Feminismus hat die Einstellung vieler Frauen zur Weiblichkeit, zur Fruchtbarkeit, zum Mutterdasein, zur Rolle der Frau tiefgreifend verändert. Von daher ist es interessant und wichtig zu schauen, wes Geistes Kind maßgebliche Feministen der sechziger, siebziger und achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts sind.
Aus welchem Grund sind die Feministen so erfolgreich? Die Antwort lautet: Sie verkünden den Frauen Heil und ein besseres Leben. Das zieht zunächst immer. Der Feminismus spricht auch das Unbewußte der Frauen an, die ihre Männlichkeit nicht genügend entwickelt haben. Hierunter versteht das Unbewußte eines jeden Menschen Aktivität, Aggressivität, Durchsetzungsvermögen, Abgrenzungsfähigkeit. Viele Menschen, Frauen wie Männer, haben diese Seite unzureichend ausgebildet. Vor allem aber die Frauen. Die Einseitigkeit, mit der die Frauenbewegung männliche Härte propagiert, läßt wiederum die andere Seite der Frauen verkümmern: Das typisch Weibliche, Bejahung des Mutterdaseins, das Weiche und Schöne werden von den haßerfüllten Feministen verleugnet, verachtet, verneint.

Haß, Fanatismus, Ideologie sind schlechte Berater des Menschen. Sie führen in Abgründe, wie die Geschichte der Menschheit zeigt. Wo Sprachregulierung stattfindet, herrscht Ideologie. Das Verkünden einer polymorph-perversen Gesellschaft zeugt von unreifen, infantilen, schlicht-primitiven Strukturen der Persönlichkeit.

Die feministische Literatur ist von Haß gegen die Mutterschaft geprägt, von einem außergewöhnlichen Narzißmus, der allein das Ego der Frau kennt und wenn es hochkommt die absolute Symbiose mit einem allein für sich gezeugten Kind. "Mein Kind soll keinen Vater haben, nur mich. Und mich ganz(4)." Hier zitierte Bronnen die Feministin Reventlow. Weiter schreibt Bronnen über ihre eigene Schwangerschaft: "Ich kannte fast die gesamte feministische Literatur und hatte immer nur gelesen, daß Mutterschaft heutzutage eine Falle sei, daß hinfort meine persönliche Freiheit, meine Unabhängigkeit, meine Beweglichkeit, mein Privatleben, meine Selbstverwirklichung eingeschränkt, wenn nicht auf Null reduziert seien. Ich kannte die militanten amerikanischen Feministinnen, die von Männern nur noch das Sperma wollten, ebenso wie die militante Gegenpartei des 'Pronatalismus', die sich gegen die Mutterschaftsmystik wandte, das Losungswort Kinderfreiheit gegen das Wort Kinderlosigkeit setzte und einen Nicht-Elterntag forderte(5)." In dem Kapitel: "Die patriarchalische Saat" schreibt sie: "Die Mutterschaft ist bei den Feministinnen in der Krise. Sie spaltete die Frauenbewegung in zwei Lager. Gegnerinnen stellten die rüde Frage: Wer will sie überhaupt? Wer braucht sie? Ihre lakonischen Antworten lauteten: erstens die Gesellschaft, zweitens die Frauen selbst…Bleiben die Frauen. Unter ihnen kamen immer mehr zu dem Schluß: auch wir brauchen keine Kinder mehr. 'Nieder mit den Männern, dem Kinderkriegen und der Mutterschaft!' hieß die neue Losung…Die einen arbeiteten daran, das Monument der Großen Mutter vom Sockel zu stürzen: 'Feministinnen müssen nicht nur die gesamte westliche Kultur in Frage stellen, sondern die Kultur selbst, mehr noch: sogar die Natur' forderte Shulamith Firestone in 'Frauenbefreiung und sexuelle Revolution'. 'Ich gratuliere mir jeden Tag dazu, kein Kind zu haben', verkündete 'Mutter' Simone de Beauvoir ihren unschlüssigen Töchtern. 'Ich denke nicht daran, dieser Gesellschaft ein Kind zu schenken!' rief die getreue Alice Schwarzer. Kate Millett definierte Mutterschaft als einen Zustand, der Frauen auf Grund ihrer Anatomie hindere, ein freier Mensch zu sein. Shulamith Firestone nannte Schwangerschaft barbarisch, eine Verunstaltung des Körpers zugunsten des Fortbestehens der Gattung(6)."

Eine derartig zerstörerische Literatur, die zu ihrer Zeit massenhaft gelesen wurde, hat zur Bindungsarmut, zur Kälte zwischen Mann und Frau, zwischen Mutter und Kind erheblich in der westlichen Welt beigetragen.

Einen Kontrapunkt hierzu bildet der Leserbrief einer Frau: "Auf die Frauen kommt es an. Der Betrag von Rüdiger Soldt 'Leise Revolutionen' (FAZ vom 21.10.04) zum Thema Beruf und Familie stellt fest, daß die Parteien beides miteinander verbinden wollen, nur auf unterschiedlichen Wegen; die SPD sieht die Lösung in der Schaffung von Horten und Gemeinschaftseinrichtungen, während die CDU das Tagesmuttermodell bevorzugt. Beide Wege kosten sehr viel Geld, das nicht vorhanden ist. Daß die Neuverschuldung des Staates in diesem Jahr auf 42 Milliarden ansteigt, müßte alle nachdenklich stimmen, die den Staat noch weiter belasten wollen. Daß die Zahl der Arbeitslosen bereits die Fünf-Millionen-Grenze überschritten hat, kann niemanden gleichgültig lassen, der in unserem Land den sozialen Frieden erhalten möchte.
Angesichts dieser Realität ist es unverantwortlich, nun noch die Familienpolitik mit kostenträchtigen Vorschlägen zu befrachten. Auch die Eigenheimzulage zu kürzen oder ganz einzustellen ist kein Mittel der Familienförderung. Wer Familienförderung betreiben möchte, kommt an der Erkenntnis nicht vorbei, daß es unerläßlich ist, die zentrale Rolle der Frau in der Familie herauszustellen. Formulierungen wie 'Frau-am-Herd-Politik' sind nicht nur schädlich, sie entmutigen auch alle Frauen, die bereit sind, diese Rolle zu übernehmen. Voraussetzung wäre allerdings, daß auch in der Öffentlichkeit ein Umdenken erfolgt, das zeigt, welche vielfältigen Aufgaben in der Familie anfallen, die das Leben aller Beteiligten bereichern können. Solange die Forderung Beruf und Familie als Ideallösung angepriesen wird, ist nicht zu erwarten, daß Frauen mit qualifizierter Berufsausbildung sich für die Familie einsetzen. Die Weitergabe von Wissen an die eigenen Kinder ist sicherlich eine der beglückendsten Aufgaben. Außerdem ist die Familie der einzige Ort, an dem alle – nicht nur die Kinder – Geborgenheit suchen, wonach sich jeder sehnt. Frau Dr. Lotte Büschges, Bornheim(7)."

Literatur

1. Der Spiegel: Nr. 2 (2004), S. 40

2. Pusch, L. F.: Die Frau ist nicht der Rede wert, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. (1999)

3. Spiegel: Nr. 2 (2004), S. 38

4. Bronnen, B.: Mütter ohne Männer. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek (1985), S. 82

5. Ebenda: S. 9

6. Ebenda: S. 85

7. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Nr. 270 (18.11.04), S. 8

 

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